Wo die Stille singen lernt – eine Wanderung zwischen Abendlied, Engelsruf und Heimat‑Sehnsucht
Was geschieht, wenn romantische Todessehnsucht und himmlische Geborgenheit mitten im größten Parkfriedhof der Welt live zum Klingen kommen?
Wie berühren uns die abendliche Waldstille Fanny Hensels, Clara Schumanns schwebende Venedig‑Stimmung und Hugo Distlers inniges „Daheime“‑Verlangen gerade an einem Ort, der gleichermaßen von Vergänglichkeit und parkgleicher Schönheit erzählt?
Nach dem großen Erfolg der letzten Jahre lädt das Vokalensemble Lux Æterna zu einem Spaziergang der besonderen Art ein:
Die Stadthistorikerin Elke Frey führt Sie auf lebendige Weise durch die Geschichte und Geschichten des Friedhofs, während der Chor die dazugehörigen Werke live performt. So entsteht ein interaktives Konzertformat, das Hören, Sehen und Gehen zu einem einzigen intensiven Erlebnis verwebt.
Die musikalische Route – ein unvollendetes, aber jetzt schon berührendes Programm
Vom architektonisch reizvollen Forum Ohlsdorf (Krematorium Fritz Schumachers) bewegt sich der Rundweg zu ausgewählten, historisch bedeutsamen Plätzen, vorbei an mächtigen Mausoleen, verwunschenen Rhododendron‑Alleen und stillen Teichen, bevor er am Althamburgischen Gedächtnisfriedhof nahe dem Haupteingang endet. An jedem Halt erwartet Sie ein Chorstück, das mit der Atmosphäre des Ortes und dem Gedanken der romantischen Todessehnsucht in besonderer Verbindung steht.
Das Programm umfasst unter anderem:
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Felix Mendelssohn Bartholdy: Denn er hat seinen Engeln befohlen
Das zarte, tröstende Doppelquartett aus dem Elias, das vielen als Inbegriff himmlischen Schutzes gilt und wie kaum ein zweites Werk den Übergang vom Irdischen ins Göttliche spürbar macht. -
Fanny Hensel: Abendlich rauscht schon der Wald
Ein inniges Abendbild aus ihren Gartenliedern, in dem das Rauschen der Natur und das Vergehen des Tages zusammenfließen – ein musikalisches Innehalten, das auf dem Friedhofsgelände eine ganz eigene, unmittelbare Magie entfaltet. -
Clara Schumann: Abendfeier in Venedig
Sanfte, schwebende Klänge voll stiller Größe und melancholischer Schönheit, die den Augenblick zwischen Tag und Nacht in eine ferne, fast entrückte Welt versetzen. -
Hugo Distler: Ich wollt, dass ich daheime wär
Die ergreifende Motette des 1942 früh verstorbenen Komponisten singt von der Sehnsucht nach der himmlischen Heimat und aller Welt Trost – ein Stück, das auf dem Friedhof Ohlsdorf zu einer zutiefst persönlichen Herzenssache wird.
Die endgültige Programmfolge wird derzeit um weitere Werke ergänzt. Lassen Sie sich überraschen, welche musikalischen Schätze unter den alten Bäumen noch zum Leben erwachen.
Der Friedhof Ohlsdorf – eine Bühne aus Geschichte und Natur
Mit 391 Hektar Fläche, geschwungenen Parkwegen und einer über 140‑jährigen Tradition ist der Ohlsdorfer Friedhof der größte Parkfriedhof der Welt. Hier verbinden sich hanseatische Historie, Gartenkunst und Momente tiefer Besinnung zu einem einzigartigen Stadtraum. Genau hier entfaltet die romantische Todessehnsucht, die in den Liedern und Motetten anklingt, ihre ganz eigene Kraft: fernab von Düsternis, vielmehr als eine Hinwendung zur stillen Schönheit des Vergehens und zur Hoffnung auf ein geborgenes Daheim.


Termine
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Termine: Samstag, 4. Juli & Sonntag, 5. Juli
Jeweils um 14:00 Uhr und 16:00 Uhr -
Treffpunkt: Forum Ohlsdorf (Krematorium)
(Google Maps: https://maps.app.goo.gl/kh7bgHxCCxmntneJ6) -
Dauer: ca. 90 Minuten (Wegstrecke größtenteils eben)
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Gruppengröße: maximal 25 Personen pro Führung
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Kosten: 20,– € pro Person (bitte in bar vor Ort bezahlen)
Verbindliche Anmeldung erforderlich – die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
Bitte melden Sie sich mit Angabe von Datum, Uhrzeit und Personenzahl an:
📧 Lux-Anmeldung(at)hotmail.com
Einen Eindruck von den Führungen in der Hamburger Neustadt von 2022 findet sich auch auf youtube.
